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Drachenmühle Ade

Unsere Senioren-Lebensgemeinschaft stand nach zwei Jahren Renovierung und wackerem Durchhalten eigentlich schon im Sommer 2016 vor dem Aus. Meine Miteigentümerin und Mitbewohnerin wurde durch eine schwere Erkrankung gezwungen, aus unserer Baustelle auszuziehen. Sie musste ausgezahlt werden und wir verkauften das Haus Ende 2016 an unsere Dritte, die wie durch ein Wunder im gleichen Sommer auftauchte. Was noch viel schlimmer für uns war, auch den Hund mussten wir aufgeben.



Und obwohl es der Mit-Gründerin heute schon viel besser geht, weil das neue Knochenmark seine Arbeit aufgenommen hat, wird sie noch einige Zeit sehr vorsichtig leben müssen.


Was eigentlich nur als eine Absicherung für einen privaten Ratenkredit gedacht war und nur für eine Übergangszeit, ergab sich schließlich im Mai des Jahres 2017 als endgültigen Verkauf, denn die Dritte in unserer Gemeinschaft entschied sich gegen den Ratenkredit und für die Veräußerung der Sicherheit (Haus), um ganz.nach Berlin zurück zu kehren. Ihr fehlte das Stadtleben und unsere Liebe zu dem alten Haus, dem Dorf und zur Natur. Doch auch sie fand nun ihr neues organisiertes gutes Leben im Alter. Es war diese Fragestellung, die uns drei zusammengeführt hatte: Was brauchen wir und wie wollen wir im Alter leben? Nun, offenbar nicht zusammen.


Damit blieb mir nur, meine Sachen zu packen und mir eine neue Bleibe zu suchen. Der abschied war nur für mich so dramatisch, ich hatte der Drachenmühle als Gemeinschaftsprojekt zu viel Bedeutung gegeben und war dadurch verleitet gewesen, viel zu viele Kompromisse zu machen und viel zu viel dafür zu arbeiten. Aber ich habe mit der Drachenmühle nicht nur meine Wohnung verloren, so wie die anderen beiden, sondern auch meine Werkstatt/ mein Atelier/ und zahlreiche Möglichkeiten, kreativ zu sein und zu "bosseln". Meine gesamte Vision einer Lebensgemeinschaft älterer Damen, die sich gegenseitig unterstützen, ist mir damit im Schwollbach einfach davon geschwommen. ich stand auf der Brücke und sah ihr weinend nach. Doch ich bin auch sehr dankbar, es war eine erfüllende und erfüllte schöne Zeit in Schwollen.


Umso mehr genieße ich nun meine neuen Lebensumstände (schöne, moderne Wohnung, in der alles funktioniert) zurück in Idar-Oberstein, meiner Geburtsstadt. Hie rkann ich mich ganz auf das konzentrieren, was sich in den vergangenen Jahren als immer wichtiger heraus kristallisierte und werde durch Renovierungen und gartenarbeit nicht mehr davon abgelenkt: Ich mache selbstverständlich weiter mit Filzen und Schreiben. Selbst meine Drachenweg Coaching Einzelsitzungen sind wieder möglich, über Skype, Telefon und auch in einem persönlichen Besuch in einer eher privaten Atmosphäre. Ich bin also gut angekommen und meine großen, unverkäuflichen Drachen genießen es sichtlich, dass ich nun die Zeit finde, sie zu pflegen, zu reparieren und aufzufrischen, statt draußen den Rasen zu mähen.


Diesen Post schmücke ich zum Abschied noch mit Impressionen von der Drachenmühle. Wehmütig. Aber auch sehr dankbar über diese Erfahrung. Die letzten Jahre waren eine reiche und schöne gemeinsame Zeit, gemischt mit intensiven Problemen, und meine Mit-Gründerin der Drachenmühle 1.0 stimmt mir darin auch zu: Wir möchten sie nicht missen. Es war intensiv und schön. Wir vermissen die Gespräche auf der Hollywoodschaukel mit einer Bunny, die das Gebüsch im Blick behält, um ja keine Maus zu verpassen. Die Zeit mit der später hinzugekommenen Dritten nenne ich konsequent Drachenmühle 1.1. Denn da die Mitgründerin die meiste Zeit vor ihrem Auszug im Krankenhaus verbrachte, führten wir nun eine neue Zweier-WG. Und auch für diese Erfahrung bin ich dankbar. Ich finde, wir alle drei haben es so richtig gut gemacht miteinander. Und eben herausgefunden, dass es zusammen doch nicht weiter geht.

Nun ist ein neuer Lebensabschnitt dran, dazu passt es, diesen neuen Blog ins Leben zu rufen, um zu erzählen, wie es weiter geht. Und wer weiß, vielleicht gibt es irgendwo da draußen doch noch eine Drachenmühle 2.0. Aber diesmal eine, die noch viel besser passt und mir die Zeit und Kraft lässt, mich ganz auf meine Filzkunst, meine Drachenweg Bücher und mein Drachenweg Coachen zu konzentrieren. Vielleicht wartet sie schonirgendwo da draußen an einem anderen Ort auf mich. Doch für mich alleine ist nun auch die neue Lebenssituation ideal. Selbst die Nähe zu Bach und zu Kraftplätzen in der Natur fand ich wieder: Ich habe nun einen Wohnanhänger auf dem Campingplatz stehen, wo mein Schreiben begann. Auf dem Campingplatz Harfenmühle stand ich schon, um mein erstes Buch zu schreiben "Hurra, die Lichtfilzlinge kommen". Back to the roots, wie man so schön sagt. Alles ist nun rund und ich bin angekommen, zurück in meiner Heimat und in mir. Und ich bin so dankbar dafür.


Liebe Grüße
Julianne

PS: Nachtrag zu Januar 2017 - Lichtfilzausbildung
Davon lasse ich doch einfach meine Schülerin erzählen: https://auroraswelt.wordpress.com/2017/01/26/auroras-tagebuch-in-der-drachenmuehle/




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